Pressemitteilung zur Tagung: „Gegen den Strich“ Kulturpolitik in Geschichte und sächsischer Gegenwart

Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien feiert 30 Jahre Sächsisches Kulturraumgesetz

In Görlitz an der Hochschule Zittau/Görlitz wurden heute, 24. Mai 2024, mit deutschlandweiten und internationalen Gästen zwei Jubiläen gefeiert: 30 Jahre Kulturräume in Sachsen und 30 Jahre Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen.
Landrat Dr. Stephan Meyer begrüßte die Gäste mit Verweis auf den besonderen Stellenwert der Kulturförderung im Freistaat Sachsen: „Wir haben seit Jahren bundesweit die höchsten Pro-Kopf-Kulturausgaben aller Flächenländer. Mit seiner solidarischen Finanzierung zwischen Land und kommunaler Ebene bleibt das Kulturraumgesetz eine wesentliche Grundlage für eine verlässliche Kulturfinanzierung, die Breiten- und Spitzenkultur im gesamten Freistaat sichert.“
Am 1. August 1994 trat das Sächsische Kulturraumgesetz in Kraft. Im gleichen Monat wurde das Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen gegründet, die Begleitung des Kulturraumgesetzes in Forschung und Lehre. Um die für die Kulturpolitik benötigten Fachleute zu gewinnen, gründeten das Institut und die Hochschule Zittau/Görlitz kurz darauf den Görlitzer Studiengang „Kultur und Management” mit seinen inzwischen rund 500 Absolventen, die weltweit erfolgreich tätig sind. Prof. Dr. Matthias Theodor Vogt hat maßgeblich zur Entstehung und dem Erfolg dieser Einrichtungen beigetragen. Er verabschiedet sich mit der heutigen Veranstaltung nach 27 Jahren von seiner Hochschultätigkeit. Aus diesem Anlass hat er Wissenschaftler aus dem Europarat, aus Tokyo, Riga, Neapel, Krakau, Marburg und natürlich Görlitz eingeladen, die unter dem Motto „Gegen den Strich“ in ihren Beiträgen Kulturpolitik in Geschichte und sächsischer Gegenwart behandelten. 

Vogt selbst hielt eine Festrede zur Zukunft der Kulturräume in Sachsen, in der er die kulturpolitischen Herausforderungen für Kommunen und Freistaat ansprach. Er stellte fest, dass diese heute deutlich anspruchsvoller als 1994 seien: „Eine funktionierende Gemeinschaft gründet auf Vertrauen und Zuversicht. Wenn wir also Vertrauen und Zuversicht der Sachsen 1991-1994 als Gradmesser bei Konzeption, Durchsetzung und Umsetzung des Sächsischen Kulturraumgesetzes nehmen und vergleichen mit dem Grad an Vertrauen und Zuversicht der Sachsen im Jahr 2024, dann erweist sich die Schaffung des Kulturraumgesetzes als vergleichsweise leichte Übung.“

Diese und weitere Thesen diskutierten anschließend Franz Sodann, stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses im Sächsischen Landtag, Thomas Zenker, Oberbürgermeister der Stadt Zittau und Kultursenatorin Kirstin Zinke sowie die Wissenschaftlerin und freie Kulturschaffende Dr. Theresa Jacobs in einer Gesprächsrunde.

Unter den rund 140 Gästen der Veranstaltung waren Vertreterinnen und Vertreter des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien sowie anderer Kulturräume Sachsens, Wegbegleiter und wissenschaftliche Freunde von Professor Vogt sowie Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, der Stadt Görlitz und der Landkreise Bautzen und Görlitz. Zu den Ehrengästen zählten eine Regierungsdelegation aus Kamerun und der Brückepreisträger Prof. Dieter Bingen.

Hintergrund:

Das Sächsische Kulturraumgesetz spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung und dem Erhalt der kulturellen Vielfalt im Freistaat Sachsen. Es wurde eingeführt, um eine nachhaltige Finanzierung und die gerechte Verteilung von Mitteln für kulturelle Projekte und Institutionen zu gewährleisten. Ziel ist es, die kulturelle Infrastruktur in den verschiedenen Regionen Sachsens zu stärken und kulturelle Angebote für die Bevölkerung flächendeckend verfügbar zu machen. Um dies zu gewährleisten wurden ländliche Kulturräume als Zweckverbände gebildet. Es bestehen die ländlichen Kulturräume Vogtland-Zwickau, Erzgebirge-Mittelsachsen, Leipziger Raum, Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Oberlausitz-Niederschlesien. Mitglieder der ländlichen Kulturräume sind die Landkreise. Die Kreisfreien Städte Chemnitz, Leipzig und Dresden sind urbane Kulturräume. Der Kulturraum unterstützt die Träger kommunaler Kultur bei ihren Aufgaben von regionaler Bedeutung, insbesondere bei deren Finanzierung und Koordinierung.

Kontakt:
Dr. Annemarie Franke
Kultursekretärin
Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien
c/o Landratsamt Görlitz
Lunitz 10, 02826 Görlitz
Telefon: 03581 663-9400
E-Mail: annemarie.franke@kreis-gr.de